"Nedirn Wissbach"
- benannt nach dem Bach mit hellem klaren Wasser -
   

Der Ortsteil Quelitz, ist erstmalig 1370 urkundlich erwähnt.
Um diese Zeit befand sich dort in der Nähe der Furt im Lichtebach
"ob dem were Ztoepelsmytten, dy vor der Quelitezen ly(e)t"
eine Hammerschmiede an der Quelitz.
 
Unterweißbach wird erstmalig 1394 im Erbzinsregister erwähnt und bestand aus einem Edelhof. Nach der Überlieferung wurde 1441 auf dem Bachschuttkegel die "Smette zu Nedirn Wissbach", also eine Schmiede am unteren Weißbach gelegen, gebaut. Es entstanden im 15. und 16. Jahrhundert Bergwerke, Schmieden, Poch- und Hammerwerke wo bisher nur Jäger und Goldwäscher das Idyll der Wildnis störten.
 
 
 
Die zwangsläufige Rodung der Wälder führte zur wegetechnischen Erschließung und zu Folgegewerken wie Holzeinschlag, Holzverkohlung und Flößerei.
 
Grundlage für den entstehenden, legendären Olitäten- oder Medizinhandel war die Gewinnung von Kustel- oder Tannenzapfenöl. Mit der Herstellung und dem Handel dieser Heilmittel, aus zum Teil einheimischen Kräutern, konnten es einige Bürger zu bescheidenem Wohlstand bringen. Die erste Destillation Thüringens gründete 1717 F. W. Ulrich. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Heilmittel hergestellt, später dann über 40 Likör- und Schnapssorten, u.a. der bekannte Pomeranzenlikör.
 
Schieferbruch
Um 1865 begann man auf dem Schieferbruch mit dem Abbau von grauen und graugrünen Schiefer. Dieser Erwerbszweig war nicht ganz unbedeutend, da eine Vielzahl von Einwohnern sich hier ihren Lebensunterhalt verdienten. 1939 wurde die Produktion auf Schiefersplitt und Schiefermehl umgestellt, so konnte auch der Abraumschiefer verarbeitet werden. 1992 wurde der Unterweißbacher Schieferbruch als Betrieb geschlossen.
   
Porzellanfabrik alt
Mit dem Bau, der heute noch produzierenden, Porzellanfabrik kam im Jahre 1882 ein weiterer Industriezweig nach Unterweißbach. Damit wurden viele Arbeitsplätze für Einheimische und die Bewohner der Nachbarorte geschaffen. Im Laufe der Jahrzehnte vollzogen sich mehrere Besitzerwechsel, heute gehören die Unterweißbacher Werkstätten für Porzellankunst zur „Königlich privilegierten Porzellanfabrik Tettau, einer Tochter von „Seltmann Weiden“. Das sogenannte „weiße Gold“ ist in der ganzen Welt bekannt. Jede Figur ist handgefertigt, zum Teil mit Spitzen belegt und handbemalt.

Durch die Familie Böttner, welche Besitzer des Gasthauses „Blechhammer“ im gleichnamigen Ortsteil waren, wurde 1880 der Grundstein für den aufstrebenden Fremdenverkehr in Unterweißbach gelegt, der zu einer langjährigen Tradition werden sollte.
   
Schillers treuer Diener Georg Gottfried Rudolph
Rudolph stand Schiller sehr nahe. Er pflegte ihn mit liebender Hingabe in seinen leidvollen Tagen und war ihm in den besten Jahren seines Lebens „ein treuer Diener“.

1797
1. nachweislicher Kontakt von Schiller mit Johann Nicolaus Rudolph. Eine Rechnung an Rudolphs Vater (1 Rthlr, 21 Gr. für laborieren), das heißt Herstellung der Medikamente, mit welcher er in dem Hause von Legefeld in Rudolstadt Bekanntschaft machte. Johann Nicolaus Rudolph übersiedelte von Oberweißbach nach Unterweißbach um dort das Medizinhandelsgewerbe zu betreiben. Seiner Ehe mit Anna Elisabeth geb. Jahn aus Quelitz entsprossen 6 Kinder. Georg Gottfried war als 3. Kind der zweite Sohn, geb. nach Ausweis des Taufbuches der evang.-luth. Kirchgemeinde Unterweißbach am 6. August 1778 und nicht wie die Aufschrift auf dem Kreuz des Grabes irrtümlicher Weise besagt, am 08. August.